Plugin-Dokumentation

TrackingSpamScore

Erkennt Bot-Traffic daran, wie sich ganze Gruppen von Besuchen verhalten, zeigt ihn pro Netzwerk und blockiert ihn serverseitig beim Tracking.

Zur Plugin-Seite · ab 49 €/Monat Live-Demo ansehen ↗

Überblick

TrackingSpamScore findet automatisierten Traffic in Ihren Matomo-Daten und hält ihn draußen, auch Bots, die einen echten Browser mit JavaScript ausführen und an IP-Bereichs- und Rechenzentrums-Listen vorbeikommen. Das Plugin bewertet keine einzelnen Anfragen. Es betrachtet Gruppen von Besuchen: ein Netzwerk, ein Netzwerk in einem Land, ein Geräteprofil innerhalb eines Netzwerks oder einen IP-Bereich. Ein Hosting-Netzwerk, dessen Besuche plötzlich kommen, alle gleich aussehen und nie interagieren, ist Spam. Eine bunte Mischung aus dem Netz eines Privatkunden-Providers ist es nicht.

Alles läuft auf Ihrem Server, mit Daten, die Matomo ohnehin speichert: kein zusätzliches JavaScript, kein Fingerprinting, kein externer Dienst.

Berichte und Ansichten

Spam-Übersicht

Besucher › Netzwerke & Spam beginnt mit der Spam-Übersicht: Spam-Besuche, ihr Anteil an allen Besuchen und die Zahl der Spam-Netzwerke im Zeitverlauf, als Verlaufsgrafik und als Sparklines mit der Veränderung zum Vorzeitraum. Beides gibt es auch als Dashboard-Widgets.

Bericht „Spam-Netzwerke“

Eine Zeile pro Netzwerk (autonomes System) mit Besuchen, Spam-Besuchen, Spam-Anteil, höchstem Spam-Score, Anteil der Besuche ohne Events, Absprungrate und durchschnittlicher Verweildauer. Er funktioniert für jeden Zeitraum und jedes Segment wie jeder andere Matomo-Bericht. Schilder zeigen auf einen Blick, ob ein Netzwerk blockiert, freigegeben oder ein Hosting-Netzwerk ist.

  • IP-Bereiche: Ein Netzwerk lässt sich aufklappen und zeigt seine IPv4-/24- und IPv6-/48-Bereiche mit eigenen Zahlen und Besuchen. Einen einzelnen Bereich sperren Sie dort mit einem Klick.
  • Ziele-Ansicht: Konversionen, Konversionsrate und Umsatz pro Netzwerk, E-Commerce inklusive. Kauft aus einem Netzwerk überhaupt jemand?
  • Filter: alle Netzwerke, nur blockierte, nur nicht blockierte oder nur Hosting-Netzwerke anzeigen; die Auswahl wird pro Benutzer gespeichert, und mit Alle auswählen haken Hauptadministratoren die ganze Liste an.
  • Direkt handeln: Jede Zeile öffnet ihre Besuche im Besucher-Log; Hauptadministratoren öffnen die Details eines Netzwerks in einem Popover und blockieren oder geben es frei, ohne den Bericht zu verlassen, oder haken mehrere Netzwerke an und blockieren oder geben sie auf einmal frei.

Admin-Seite „Spam-Schutz“

Administration › System › Spam-Schutz

  • Status: automatisches Blockieren an oder aus, wie viele Netzwerke und IP-Bereiche gerade blockiert sind, die verwendete Netzwerk-Datenbank, das Ergebnis der letzten Analyse und die Websites mit eingeschränktem Blockieren.
  • Erkannte Spam-Quellen pro Website: Score, Besuche, die Belege, die zur Einstufung geführt haben, wann die Quelle zuletzt aktiv war und bis wann sie blockiert ist. Filter nach Mindest-Score und Status (blockiert / nicht blockiert); Schilder zeigen, ob das Netzwerk per Regel oder automatisch blockiert ist oder nur sein IP-Bereich. Mehrere Quellen auswählen und ihre Netzwerke gemeinsam blockieren oder freigeben.
  • Netzwerk-Karte: alles zu einem Netzwerk: Hosting- oder Zugangsnetz, seine Regel, seine Spam-Quellen auf allen Websites und seine Besuche im Besucher-Log. Mit dem Plugin „Besuche nach Filter löschen“ löschen Sie dort auch seine bereits erfassten Besuche: diese oder alle Websites und die letzten 7 bis 365 Tage wählen, zählen, bestätigen.
  • Netzwerk- und IP-Bereich-Regeln: Netzwerke oder einzelne IP-Bereiche (beliebige CIDR-Bereiche) blockieren oder freigeben, mehrere auf einmal, ausgewählte Regeln entfernen, und alle Regeln als CSV exportieren und wieder importieren, auch in ein anderes Matomo.
  • Genauigkeit: Besuche im Besucher-Log als Bot oder Mensch markieren; die Seite zeigt Präzision und Erkennungsrate Ihres Spam-Schwellwerts.
  • Signalgewichte: jedes Signal abschalten (0) oder verstärken (bis 3).
  • Einrichtung der Netzwerk-Datenbank: Findet das Plugin keine nutzbare Netzwerk-Datenbank, nennt die Seite den Grund (fehlt, nicht lesbar, beschädigt oder noch gepackt, falscher Typ) und zeigt, wie Sie eine einrichten.

Besucher-Log und Segmente

Besuche mit Spam-Score zeigen ihn im Besucher-Log samt Gründen; Hauptadministratoren markieren sie dort direkt als Bot oder Mensch. Das Besucherprofil zeigt, wie viele Besuche eines Besuchers Spam waren. Die Segmente spamScore (0 bis 100), spamAsn (Netzwerknummer, mit Vorschlägen im Segment-Editor) und spamMark (als Bot oder Mensch markierte Besuche) funktionieren in jedem Bericht, etwa „alle Besuche ohne Spam“ oder „nur dieses Netzwerk“.

E-Mail bei neuen Spam-Netzwerken

Jeder Benutzer kann sie in seinen persönlichen Einstellungen einschalten: höchstens einmal am Tag eine E-Mail mit den Netzwerken, die auf seinen Websites zum ersten Mal seit 30 Tagen den Spam-Schwellwert erreicht haben, samt Besuchen und Link zum Bericht.

Blockieren

  • Netzwerke und IP-Bereiche, die Sie blockieren, werden auf keiner Website mehr erfasst, ab der nächsten Anfrage.
  • Automatisches Blockieren (standardmäßig aus): Quellen, die den Blockier-Schwellwert erreichen, werden für 7 Tage blockiert; die Sperre verlängert sich, solange sie weiter Spam schicken.
  • Freigeben gewinnt immer: Ein freigegebenes Netzwerk wird nie markiert oder blockiert, seine Spam-Scores werden mit der nächsten Analyse zurückgesetzt.
  • E-Commerce-Bestellungen werden immer erfasst, auch aus blockierten Netzwerken und IP-Bereichen. Es geht kein Umsatz verloren.
  • IP-Bereiche statt ganzer Netzwerke: Beliebige IP-Bereiche blockieren oder freigeben, etwa 203.0.113.0/24 oder 2001:db8::/48. Bereichsregeln gehen Netzwerkregeln vor: Ein freigegebener Bereich (Ihr Büro oder Uptime-Monitoring in einem Cloud-Netzwerk) wird nie blockiert oder als Spam markiert, ein gesperrter Bereich auch in einem freigegebenen Netzwerk.
  • Pro Website: In den Website-Einstellungen legen Hauptadministratoren fest, ob eine Website alle Regeln anwendet (Standard), nur Ihre eigenen Block-Regeln oder nie blockiert und nur beobachtet.
  • Blockieren stoppt neuen Spam. Bereits erfasste Besuche löschen Sie auf der Netzwerk-Karte mit dem Plugin „Besuche nach Filter löschen“ oder mit Matomos DSGVO-Werkzeugen über das Segment des Netzwerks.

So funktioniert die Spam-Einstufung

1. Gruppen von Besuchen

Jede Stunde betrachtet TrackingSpamScore den aktuellen Traffic jeder Website (standardmäßig die letzten 24 Stunden) und bildet Gruppen:

Gruppe Beispiel
Ganzes Netzwerk alle Besuche aus einem autonomen System
Netzwerk in einem Land Besuche aus diesem Netzwerk, die in einem Land verortet sind
Geräteprofil in einem Netzwerk gleiche Browser-Version, gleiches Betriebssystem und gleiche Bildschirmgröße in einem Netzwerk
IP-Bereich IPv4 /24 oder IPv6 /48, genutzt, wenn Matomos IP-Anonymisierung höchstens ein Byte maskiert

Die Verhaltenssignale brauchen eine Mindestzahl an Besuchen pro Gruppe (Standard 8).

2. Signale

Jedes Signal wird von 0 bis 1 gemessen und mit den normalen Werten der jeweiligen Website verglichen. So passt es sich jeder Website an.

Hauptsignale können allein einen Verdacht begründen:

Signal Was es misst
Hosting-Netzwerk Das Netzwerk gehört einem Hosting- oder Cloud-Anbieter: eingebaute Liste, die in Matomos TrackingSpamPrevention gesperrten Organisationen und Ihre eigenen Sperrregeln.
Plötzlicher Traffic-Anstieg Besuche im Analysefenster gegenüber dem Tages-Median der Gruppe aus den letzten 28 Tagen. Zählt ab dem Doppelten des Üblichen, volle Stärke beim Sechsfachen. Netzwerke, die sonst gar nicht vorkommen, gelten als plötzlich. Braucht drei Tage Vorlauf.
Gleichförmiges Verhalten Wie wenig Besuchsdauer und Zahl der Aktionen innerhalb der Gruppe schwanken. Menschen sind verschieden, Skripte wiederholen sich.

Unterstützende Signale zählen nur zusammen mit anderen:

Signal Was es misst
Wiederholte Seitenaufrufe Dieselbe Seite wird innerhalb von Besuchen immer wieder geladen.
Ungewöhnliches Land Ein Land, das sonst weniger als 1 % des Traffics der Website bringt, steigt plötzlich stark an.
Keine Interaktionen Keine Events, obwohl Besucher der Website normalerweise welche auslösen (nur wenn das mindestens 5 % ihrer Besuche tun).
Kein Kampagnen-Traffic Keine Kampagnen-Besuche, obwohl die Website normalerweise welche bekommt (nur wenn mindestens 5 % ihrer Besuche aus Kampagnen kommen).
Veralteter oder automatisierter Client Typische Bot-Bildschirmgrößen (800×600, 1024×768, 0×0, 1×1) oder ein Browser, der mehr als zwei Hauptversionen hinter der neuesten gesehenen liegt.

Entlastung:

Signal Wirkung
Käufe E-Commerce-Bestellungen aus der Gruppe im Vergleich zum Durchschnitt der Website. Beim Durchschnitt sinkt der Score um 60 %; eine einzelne Bestellung unter Tausenden Bot-Besuchen ändert ihn kaum.

3. Von den Signalen zum Score (0 bis 100)

  • Jedes Hauptsignal bringt bis zu 50 Punkte, jedes unterstützende bis zu 12 (alle unterstützenden zusammen höchstens 35).
  • Ein Hosting-Netzwerk allein kommt auf höchstens 40. Firmen-VPNs und Cloud-Proxys sind nicht deshalb Spam, weil sie aus einem Rechenzentrum kommen.
  • Bestätigung: 80 und mehr braucht zwei starke Hauptsignale oder ein starkes Hauptsignal plus zwei starke unterstützende Signale. Kein einzelnes Signal macht eine Gruppe zu Spam oder lässt sie blockieren.
  • Käufe senken den Score danach um bis zu 60 %.
  • Ihre Signalgewichte skalieren jedes Signal (0 = aus, 1 = Standard, bis 3).
  • Netzwerke, die Sie selbst blockieren, zählen als 100.

Beispiel: Ein Hosting-Netzwerk schickt plötzlich das Zwanzigfache seines üblichen Traffics, alle Besuche dauern 0 bis 2 Sekunden, haben einen Seitenaufruf und keine Events: Hosting-Netzwerk + Anstieg + gleichförmiges Verhalten → 100. Ein Privatkunden-Provider mit abwechslungsreichen Besuchen in normaler Menge bekommt gar keinen Score.

4. Wofür der Score genutzt wird

  • Gruppen unter 30 werden als Rauschen ignoriert.
  • Jeder Besuch bekommt den Score seiner stärksten Gruppe. Scores steigen nur; eine Freigabe setzt sie zurück. Besuche mit E-Commerce-Bestellung werden nie markiert.
  • Spam-Schwellwert (Standard 80): Besuche ab diesem Wert zählen im Bericht, in der Genauigkeitsprüfung und im Besucher-Log als Spam.
  • Blockier-Schwellwert (Standard 90, mindestens 80): Bei eingeschaltetem automatischem Blockieren werden Gruppen ab diesem Wert beim Tracking blockiert.

Für Administratoren

  • Aktivitätsprotokoll: Mit Matomos Plugin ActivityLog werden Regeländerungen und Importe, Signalgewichte und Bot/Mensch-Markierungen mit Benutzer und Zeit protokolliert.
  • Diagnose: Matomos Systemprüfung zeigt, ob die stündliche Analyse pünktlich läuft, wie alt die Netzwerk-Datenbank ist und den Lizenzstatus.
  • API: Spam-Übersicht, Spam-Netzwerke mit ihren IP-Bereichen, erkannte Spam-Quellen (auch als CSV), Status und Netzwerkregeln.
  • Große Instanzen: Analysezeit pro Lauf und Zeilenlimits des Spam-Netzwerk-Berichts lassen sich in der config.ini erhöhen.

Voraussetzungen

  • Matomo 5 (ab 5.0, unter 6.0), PHP 8.1 oder neuer.

  • Matomos geplante Aufgaben müssen laufen (Cron mit core:archive oder Archivierung über den Browser), denn die Analyse läuft stündlich.

  • Eine Netzwerk-Datenbank (ASN) in Matomos GeoIP-Verzeichnis, die Sie selbst installieren und aktuell halten:

    • DB-IP IP to ASN Lite: kostenlos, ohne Konto, CC BY 4.0; Matomos automatische Geolocation-Aktualisierung kann sie monatlich herunterladen.
    • MaxMind GeoLite2-ASN: kostenlos mit MaxMind-Konto.

    Die Datenbank ist nicht im Plugin enthalten. Ohne sie werden nur IP-Bereiche ausgewertet.

  • Empfohlen: GeoIp2 als Standort-Anbieter (Länder).

Erste Schritte

  1. Plugin installieren und aktivieren, Netzwerk-Datenbank einrichten. Die Admin-Seite führt Sie durch.
  2. Automatisches Blockieren ein paar Tage aus lassen und den Bericht „Spam-Netzwerke“ und die erkannten Quellen ansehen.
  3. Offensichtliche Hosting-Netzwerke selbst blockieren, gern mehrere auf einmal.
  4. Einige Besuche im Besucher-Log als Bot oder Mensch markieren und Präzision und Erkennungsrate prüfen.
  5. Automatisches Blockieren einschalten, sobald die Genauigkeit stimmt.

Einstellungen

Administration › System › Allgemeine Einstellungen › FeinwerkTrackingSpamScore

Einstellung Standard Zweck
Erkannte Spam-Netzwerke automatisch blockieren aus Blockiert Netzwerke und IP-Bereiche ab dem Blockier-Schwellwert für 7 Tage. Ihre eigenen Regeln gelten immer.
Spam-Schwellwert 80 Score (30 bis 100), ab dem Besuche als Spam zählen.
Blockier-Schwellwert 90 Score (80 bis 100), ab dem automatisch blockiert wird.
Analysefenster 24 Stunden Aktueller Traffic, den die stündliche Analyse betrachtet.
Mindestgröße einer Gruppe 8 Besuche, die eine Gruppe braucht, bevor sie bewertet wird.

Pro Website (Administration › Websites › Verwalten, Hauptadministratoren): Spam-Schutz: Blockieren auf dieser Website. Pro Benutzer (Persönlich › Einstellungen): E-Mail bei neuen Spam-Netzwerken.

Datenschutz

Alle Signale stammen aus Daten, die Matomo ohnehin speichert: Netzwerk und Land aus der IP-Adresse, Besuchsdauer, Aktionen, Events, Herkunftsart, Browser und Gerät. Es werden keine zusätzlichen Daten erhoben, nichts verlässt Ihren Server. Erfasste Besuche werden nur gelöscht, wenn Sie es selbst anstoßen, nach Zählen und Bestätigen.

Lizenz

Kommerzielles Plugin unter der Feinwerk-EULA.

Einsatzszenarien

  • Erkennt Bots mit echtem Browser: Headless-Browser mit JavaScript kommen an IP-Bereichsfiltern vorbei. TrackingSpamScore bewertet ganze Gruppen: plötzlicher, gleichförmiger Traffic aus einem Hosting-Netzwerk ohne jede Interaktion fällt auf, auch wenn jeder einzelne Besuch normal aussieht.
  • Saubere Zahlen ab sofort: Ganze Netzwerke oder nur einzelne IP-Bereiche beim Tracking blockieren: einzeln, mehrere auf einmal oder automatisch für 7 Tage, sobald eine Quelle den Blockier-Schwellwert erreicht. E-Commerce-Bestellungen kommen immer durch.
  • Jede Einstufung begründet: Jede Spam-Quelle nennt die Belege, die zur Einstufung geführt haben, und das Besucher-Log zeigt Score und Gründe pro Besuch. Markieren Sie Besuche als Bot oder Mensch und sehen Sie Präzision und Erkennungsrate.
  • Für große Instanzen gebaut: Eine stündliche Analyse im Hintergrund auf gruppierten Statistiken und seitenweise Listen, die schnell laden. Alles läuft in Ihrem Matomo: kein zusätzliches JavaScript, kein externer Dienst.

Einrichtung Schritt für Schritt

Installation und Aktivierung beschreibt Plugins installieren. Für die folgenden Schritte brauchen Sie Hauptadministrator-Rechte.

1. Netzwerk-Datenbank (ASN) bereitstellen

Damit das Plugin Netzwerke erkennt (autonome Systeme, also Internetanbieter, Hoster und Cloud-Anbieter), braucht es eine ASN-Datenbank im GeoIP-Ordner von Matomo, meist misc/. Sie ist nicht im Plugin enthalten. Sie besorgen sie selbst, nutzen sie unter ihren eigenen Lizenzbedingungen und halten sie monatlich aktuell:

  • DB-IP IP to ASN Lite (kostenlos, ohne Konto, Lizenz CC BY 4.0, empfohlen): Öffnen Sie Administration → System → Standorterkennung und nutzen Sie den Bereich Automatische Aktualisierungen für Geolocation-Datenbanken einrichten. Bei Internet Anbieter Datenbank tragen Sie die Download-Adresse ein, die Ihnen die Seite Spam-Schutz nennt (Muster: https://download.db-ip.com/free/dbip-asn-lite-JJJJ-MM.mmdb.gz). Matomo speichert sie als DBIP-ASN.mmdb und lädt sie monatlich neu. Ist das Feld ausgegraut, setzt Matomo dafür das mitgelieferte Plugin Provider voraus. Alternativ laden Sie die Datei selbst von db-ip.com und legen sie entpackt als dbip-asn-lite-JJJJ-MM.mmdb ab.
  • MaxMind GeoLite2-ASN (kostenloses MaxMind-Konto nötig): Legen Sie GeoLite2-ASN.mmdb entpackt und für den Webserver lesbar in den Ordner.

Liegen beide vor, nutzt das Plugin GeoLite2-ASN. Bei DB-IP nennt es die Datenquelle auf der Admin-Seite und im Bericht, wie deren Lizenz es verlangt. Ohne Datenbank wertet es nur IP-Bereiche aus.

2. Status prüfen

Öffnen Sie Administration → System → Spam-Schutz. Oben sehen Sie die verwendete Netzwerk-Datenbank, ob automatisches Blockieren aktiv ist, was gerade blockiert ist und das Ergebnis der letzten Analyse. Fehlt eine nutzbare Datenbank, nennt der Abschnitt Netzwerk-Datenbank einrichten den Grund (nicht gefunden, nicht lesbar, beschädigt oder noch gepackt, falscher Typ). Dieselbe Prüfung zeigt Administration → Diagnose → Systemprüfung.

3. Geplante Aufgaben laufen lassen

Die Analyse läuft stündlich mit den geplanten Aufgaben von Matomo, also per Cron mit core:archive oder über die Archivierung im Browser. Empfohlen ist außerdem GeoIp2 als Standort-Anbieter, damit die Analyse Länder kennt.

4. Einstellungen festlegen

Unter Administration → System → Allgemeine Einstellungen → FeinwerkTrackingSpamScore (auf der Admin-Seite über Einstellungen ändern):

  • Erkannte Spam-Netzwerke automatisch blockieren: anfangs aus lassen, bis die Erkennungen für Sie stimmen.
  • Spam-Schwelle (Standard 80, erlaubt 30 bis 100): ab diesem Score zählt ein Besuch als Spam.
  • Blockschwelle (Standard 90, erlaubt 80 bis 100): ab diesem Score greift das automatische Blockieren.
  • Analysefenster (Stunden) (Standard 24, erlaubt 1 bis 168): wie viel aktuellen Traffic die Analyse betrachtet.
  • Mindestgröße einer Gruppe (Standard 8, erlaubt 3 bis 100): Besuche, die eine Gruppe braucht, bevor sie bewertet wird.

Pro Website legt unter Administration → Webseiten → Verwalten die Einstellung Spam-Schutz: Blockieren auf dieser Website fest, ob eine Website alle Regeln anwendet (Standard), nur Ihre eigenen Block-Regeln oder nie blockiert und nur beobachtet. Scores und Berichte sind in jeder Einstellung gleich.

5. Netzwerke und IP-Bereiche sperren oder freigeben

Den Bericht finden Sie unter Besucher → Netzwerke & Spam → Spam-Netzwerke. Die Zeilenaktion Netzwerk verwalten öffnet die Netzwerk-Karte mit Netzwerk sperren, Netzwerk freigeben und Regel entfernen. Über dem Bericht beschränkt Anzeigen die Liste auf blockierte, nicht blockierte oder Hosting-Netzwerke; die Auswahl wird für Sie gespeichert. Mehrere Netzwerke haken Sie im Bericht (Alle auswählen hakt die ganze Liste an) oder unter Erkannte Spam-Quellen an und klicken Ausgewählte blockieren oder Ausgewählte freigeben. Unter Netzwerkregeln → Regel hinzufügen tragen Sie bei AS-Nummern oder IP-Bereiche eine oder mehrere AS-Nummern oder IP-Bereiche ein und wählen Sperren oder Freigeben. Regeln gelten sofort und für alle Websites.

Ist ein ganzes Netzwerk zu viel, sperren Sie einzelne IP-Bereiche in CIDR-Schreibweise oder geben sie frei, etwa 203.0.113.0/24 oder 2001:db8::/48 (eine einzelne Adresse gilt als /32 bzw. /128; Bereiche brauchen mindestens /8 bzw. /16). Klappen Sie dazu ein Netzwerk im Bericht auf und klicken Sie auf das Schloss neben einem seiner IP-Bereiche, oder nutzen Sie das Schloss bei einer IP-Bereich-Quelle unter Erkannte Spam-Quellen. Bereichsregeln stehen in einer eigenen Liste unter Regeln für IP-Bereiche; die Netzwerk-Karte zeigt die Bereichsregeln ihres Netzwerks und legt neue an. Sie gehen Netzwerkregeln vor: Ein freigegebener Bereich wird nie blockiert oder als Spam markiert, ein gesperrter Bereich auch in einem freigegebenen Netzwerk, und seine Besuche zählen als Spam. Überschneiden sich zwei Bereichsregeln, gewinnt die Freigabe. Ein freigegebenes Netzwerk gewinnt weiterhin gegen automatische Sperren.

Praxisbeispiele

Über Nacht doppelt so viele Besuche. Im Bericht steht ein Hosting-Netzwerk oben, mit hohem Spam-Anteil, auffällig vielen Besuchen Ohne Events und kurzer Verweildauer. Die Netzwerk-Karte nennt Belege wie „Plötzlicher Traffic-Anstieg“ und „Gleichförmiges Verhalten“. Sie klicken Netzwerk sperren. Um die schon erfassten Besuche zu löschen, installieren Sie das kostenlose DeleteVisitsFilter: Die Netzwerk-Karte bietet dann Getrackte Besuche löschen, wo Sie diese oder alle Websites und die letzten 7 bis 365 Tage wählen, Besuche zählen klicken und bestätigen; das Löschen läuft im Hintergrund. Ohne das Plugin nutzen Sie Administration → Privatsphäre → DSGVO Hilfsmittel mit dem Segment von der Karte, etwa spamAsn==64500.

Vorsichtig starten. Das automatische Blockieren bleibt ein paar Tage aus. Ein Link im Abschnitt Genauigkeit öffnet alle Besuche ab der Spam-Schwelle im Besucher-Log. Dort markieren Sie Stichproben als Bot oder Mensch. Passen Präzision und Erkennungsrate, schalten Sie das Blockieren ein.

Ihr eigener Dienst taucht auf. Ein Uptime-Monitoring oder das Firmen-VPN läuft über ein Cloud-Netzwerk und erscheint unter Erkannte Spam-Quellen. Sie geben nur seinen IP-Bereich frei, etwa 198.51.100.0/26, unter Netzwerkregeln → Regel hinzufügen. Der Bereich wird nie blockiert, auch wenn Sie den Rest dieses Cloud-Netzwerks sperren.

Nur ein Teil eines Netzwerks schickt Spam. Im Netzwerk eines großen Providers kommt Spam aus einem /24-Bereich, der Rest sind echte Besucher. Klappen Sie das Netzwerk im Bericht auf und sperren Sie nur diesen Bereich mit dem Schloss daneben.

Gut zu wissen

  • Gespeicherte Daten: Pro Besuch die Netzwerknummer und, ab einem Score von 30, den Spam-Score. Dazu die erkannten Quellen mit Belegen, Ihre Regeln, Markierungen und Signalgewichte sowie tägliche, gruppierte Zahlen als Vergleichsbasis. Alles bleibt in Ihrer Matomo-Datenbank.
  • Zeitlicher Ablauf: Scores kommen bis zu eine Stunde nach dem Besuch. Mit Netzwerk-Datenbank bekommen neue Besuche sofort ihr Netzwerk, die der letzten vier Wochen in den nächsten Analyse-Läufen. Plötzliche Anstiege erkennt das Plugin ab drei Tagen Verlauf.
  • Wie sich Scores entwickeln: Verglichen wird mit den normalen Werten Ihrer eigenen Website, Anstiege mit dem Tagesmedian der letzten 28 Tage. Ein Besuch bekommt den Score seiner stärksten Gruppe, Scores steigen nur, eine Freigabe setzt sie zurück. Ein einzelnes Signal reicht nie für 80. Unter Signalgewichte schalten Sie Signale ab (0) oder verstärken sie (bis 3).
  • Blockieren: Automatische Sperren gelten 7 Tage ab dem letzten Erreichen der Blockschwelle. Entfernen Sie eine eigene Sperrregel, ist das Netzwerk sofort frei. Eigene Regeln für IP-Bereiche gehen Netzwerkregeln vor. Blockieren löscht nichts. E-Commerce-Bestellungen werden immer erfasst, Besuche mit Bestellung gelten nie als Spam.
  • IP-Bereiche: Sie werden nur ausgewertet, soweit Matomo sie nach dem Anonymisieren noch speichert (bei zwei maskierten Bytes nur IPv6-/48-Bereiche). Netzwerke erkennt das Plugin trotzdem, weil es sie beim Tracking vor dem Anonymisieren bestimmt.
  • Rechte: Admin-Seite, Einstellungen, Regeln und Markierungen sind Hauptadministratoren vorbehalten. Den Bericht sieht jeder mit Ansichtsrechten für die Website.
  • Fehlersuche: Ist die Analyse laut Admin-Seite noch nicht gelaufen, prüfen Sie Cron und geplante Aufgaben. Meldet der Bericht, dass keine nutzbare Netzwerk-Datenbank installiert ist, sehen Sie sich Schritt 1 an. Probleme der letzten Analyse zeigt die Admin-Seite direkt an. Mehr unter Fehlerbehebung.

Technische Referenz

EigenschaftWert
Technischer NameFeinwerkTrackingSpamScore
Aktuelle Version0.12.1
Matomo≥ 5.0.0, < 6.0.0
PHP≥ 8.1.0
Lizenzkostenpflichtig
Datenbankänderungenkeine in der aktuellen Version

FAQ

Löscht das Plugin meine Daten?

Nicht von selbst. Es markiert Besuche mit einem Spam-Score, nach dem Sie per Segment filtern können, und Blockieren betrifft nur neue Tracking-Anfragen. Um bereits erfassten Spam zu entfernen, zählen und bestätigen Sie das Löschen auf der Netzwerk-Karte (mit dem Plugin „Besuche nach Filter löschen“) oder nutzen das Segment mit Matomos DSGVO-Werkzeugen.

Kann ich nur einen Teil eines Netzwerks sperren?

Ja. Klappen Sie das Netzwerk im Spam-Netzwerk-Bericht auf und sperren Sie einen einzelnen IP-Bereich, oder legen Sie einen beliebigen Bereich in CIDR-Schreibweise als Regel an. Freigegebene Bereiche wirken umgekehrt: Ihr Büro oder Monitoring in einem Cloud-Netzwerk wird weiter erfasst, auch wenn Sie den Rest dieses Netzwerks sperren.

Kann ich eine Website vom Blockieren ausnehmen?

Ja. In den Website-Einstellungen legen Hauptadministratoren pro Website fest: alle Regeln (Standard), nur Ihre eigenen Block-Regeln oder nie blockieren und nur beobachten. Scores und Berichte sind in jeder Einstellung gleich.

Kann es echte Besucher blockieren?

Automatisches Blockieren ist aus, bis Sie es einschalten. Es braucht mehrere sich bestätigende Signale, gilt für 7 Tage und nie für Netzwerke, die Sie freigegeben haben. Ein Hosting-Netzwerk allein wird nie zu Spam, und E-Commerce-Bestellungen werden immer erfasst.

Welche Netzwerk-Datenbank brauche ich?

DB-IP IP to ASN Lite (kostenlos, ohne Konto, Matomo kann sie automatisch aktualisieren) oder MaxMind GeoLite2-ASN (kostenlos mit MaxMind-Konto). Die Admin-Seite prüft die Datenbank und erklärt die Einrichtung. Ohne sie werden nur IP-Bereiche ausgewertet.

Bremst es das Tracking?

Jede Tracking-Anfrage wird gegen eine zwischengespeicherte Sperrliste und die Netzwerk-Datenbank geprüft, ein schneller Nachschlag. Die Analyse läuft einmal pro Stunde im Hintergrund auf gruppierten Statistiken.

Was unterscheidet es von Matomos TrackingSpamPrevention?

TrackingSpamPrevention blockiert feste Listen wie Cloud-IP-Bereiche und Organisationsnamen. TrackingSpamScore lernt aus dem Verhalten und erkennt auch Netzwerke, die noch auf keiner Liste stehen; die Organisationsliste von TrackingSpamPrevention nutzt es dabei mit. Beide arbeiten zusammen.

Kann ich meine Regeln in ein anderes Matomo übernehmen?

Ja. Exportieren Sie alle Regeln als CSV-Datei und importieren Sie sie dort. Der Import nimmt auch jede CSV mit den Spalten asn und rule oder eine einfache Liste von AS-Nummern, die dann blockiert werden.